Der Zukunft entgegen!

Liebe Rk-Freunde,

ich habe diesen Blog eingerichtet, weil ich viel auf Reisen bin und den Kontakt zu euch halten will. Ich würde mich über rege Beteiligung von allen freuen! Scheut euch nicht einen Bericht über den status quo bei euch zu schreiben. Bei Problemen mit der Registrierung einfach eine Pm an mich schreiben.
Ich freue mich über jedes Lebenszeichen aus welcher Ecke des Reiches auch immer.

Neuigkeiten: Fresh, Hannes, Gunde und Teo sind auf Reisen!

Samstag, 30. Januar 2010

Eiszapfen in Regensburg

Nach der schönen Taufe in Freising verlebte Hannes sehr glückliche Tage in Ingolstadt. Nun war es aber an der Zeit sein Hab und Gut, das sich in seiner doch recht langen Abwesenheit angesammelt hatte, in sein Häuschen zu bringen. Es fiel ihm sehr schwer, nach Regensburg zu reisen, auch wenn es seine Heimat war. Das Haus war eingeschneit, nicht mal die Hausnummer und der Zaun waren noch zu erkennen. Seine Gedanken schweiften kurz ab in den Sommer des letzten Jahres. So viele hatten geholfen bei ihrem Umzug...viele waren heute auf Reisen, andere weggezogen, andere im Kloster verschwunden. Sein Herz war schwer, schwer wie der Schnee, der die warme Stube vor ihm verborgen hielt. Die Zeiten hatten sich geändert, aber letztlich.. war es gut so, wie es ist, dachte er.

Auch wenn die schönen Erinnerungen an die Vergangenheit einen leichten Stich in seinem Herzen hinterließen, so konnten sie doch nicht viel ausrichten, er hatte sein Herz verschenkt...und auch eines erobert, wenn auch er noch lange nicht am Ziel seiner Träume angelangt war. Aber Träume sind etwas Schönes dachte er in sich gekehrt, während er sich nach und nach seinen Weg zum Haus bahnte. Träume...Träume wollen in Erfüllung gehen; und dafür lohnt es sich zu kämpfen.

Erst wollte er Nicole zum Nest bringen, spürte er doch, dass sie dort unbedingt vorbeischauen wollte, aber er wußte, dass Gunde, Teo, Isa und die Trampeltiere auf Donautour waren. So brachte er Nicole im Stall unter, hiefte das rohe Fleisch in den Keller, stapelte das ganze Holz unter dem Vorbau und ließ sich schließlich müde vor den Kamin in seinen Sessel gleiten. Hannes fühlte sich schrecklich einsam, trank ein Wein nach dem anderen. Er hatte das Gefühl, dass nur sein Körper in Regensburg war, seine Gedanken waren ganz wo anders. Schlecht gelaunt legte er sich in sein Bett, konnte aber nicht schlafen.

Schließlich stand er wieder auf, schlug ein paar Eiszapfen vom Dachfirst, nahm sie mit unter die Decke und legte sie an seine Waden in der Hoffnung es möge helfen. Sie wurden lediglich nass und erfüllten bei weitem nicht ihren Zweck. So entzündete er ein paar Kerzen in seinem Arbeitszimmer und schrieb.. und schrieb.... und schrieb, bis er an seinem Schreibtisch einschlief und ein paar unruhige Stunden schlummerte.

Freitag, 22. Januar 2010

Taufe in Freising

21.01.1458

Heute war ein großer Tag für Hannes. Heute Abend hat er von Mutter Susanetta von Weihenstephan das Sakrament der Taufe empfangen. Sein Taufspruch lautete wie folgt:

Durch die andauernde und nie endende Suche nach Glückseligkeit und Wissen, die dem Menschen innewohnt, erklärt sich die Existenz seines Denkens und damit seines Geistes. Die vollkommene Weisheit des Allmächtigen wird er nie erreichen, aber das garantiert sein fortdauerndes Streben dahin bis die Seele schließlich ins Paradies eintreten möge.“ (inspiriert durch [Das Leben des Aristoteles], Dialoge. III. Die Seele)

Von seiner Taufpatin Freshlime hatte er als Geschenk zur Taufe einen Anhänger in Form eines Engels-Flügels erhalten. Dieser Flügel steht für den Engel, der ihn immerzu beschützen möge. Hannes wird ihn von nun an immer bei sich tragen. Danke dafür, Fresh.. danke für alles.
Außerdem empfingen auch Alexius_Hermann und Sheharazade_ das Sakrament der Taufe. Hannes war froh, dass seine Freunde dabei waren und es eine kleine Feier im kleinen Kreis war. Genauso hatte er es sich mir immer gewünscht.

So schön die Taufe war, suchte er direkt im Anschluss das Grab seines Bruders Dergrossealte auf... Tränen der Trauer flossen hinab. Als er die Gruft der Union aber wieder verließ zeichnete sich ein Lächlen in seinem Gesicht ab. Wenn DGA wüßte, was ein toller Kerl aus seinem Sohn werden würde. Wer weiss, vielleicht sah er ihn ja sogar..

Im Anschluss verlebte Hannes noch einen schönen Abend mit Fresh im Wh. Noch lange unterhielten sie sich. Es war einfach ein perfekter Abend in Freising, der Stadt, die er so mochte, aufgrund ihres Charmes...

Sonntag, 17. Januar 2010

Ein richtungsweisender Tag

16. Januar 1458

Das neue Jahr begann recht trostlos für Hannes. Er hatte schweres Fieber und einen schrecklichen Husten gehabt. Die Entwicklungen in Ingolstadt hatten ihn manchmal an den Rand der Verzweiflung getrieben. Fast wäre er in seinem Zustand in die eisige Nacht geritten. Ob er Regensburg mit dem Fieber und gegen den Schneesturm je erreicht hätte? Glücklicherweise erreichte ihn noch ein Brief, der ihn dazu bewog zu bleiben. In seinen fiebrigsten Stunden schrieb er aber auch Amaalia Briefe. Im Nachhinein tat es ihm sehr Leid. Vieles hatte sie missverstanden, vieles hatte er ihrerseits missverstanden, vieles war auch einfach unglücklich formuliert.

Nach seiner schweren Grippe vergingen dann recht glückliche Tage in Ingolstadt. Viele Leute kannte er mittlerweile hier, viele Reisende erzählten Geschichten aus dem Reich. Alle zwei Tage zeigte er Cora wie das Pokerspiel richtig funktioniert... er war kurzweilig einfach glücklich. Dann traf Amaalia schließlich in Ingolstadt ein. Guter Dinge ging Hannes ins Wirtshaus, hoffend es möge ein Abschied im Guten werden, allerdings hatte er die Situation völlig falsch eingeschätzt. So setzten sie sich kurze Zeit später zusammen in die Feuersbrunst und unterhielten sich unter vier Augen. Hannes hatte ihr mit der Post bereits alles Glück für ihr neues Leben in Buchen gewünscht und hoffte, dass sie weiterhin regen, freundschaftlichen Kontakt pflegen könnten, allerdings hatte er in den Briefen auch ihre schöne Vergangenheit erwähnt. Das Resultat war, dass sie nie wieder einen Brief von ihm bekommen wollte. Letztlich hatte sie Recht gehabt...und dieser Bitte wird Hannes nachkommen.

Aber nie wieder? Nein..von sich aus würde er ihr nie wieder schreiben. Sie waren beide..immer aufrichtig und ehrlich zueinander gewesen...was den Schmerz einer Trennung zwar nicht minderte, aber vielleicht doch die kleine Chance offen ließ irgendwann in ferner Zukunft Freunde zu bleiben. Inständig hoffte er, dass die Zeit die Wunden heilen möge und sie ihm irgendwann berichtet, ob es ihr gut geht in Buchen.

Danach sahen sie sich nicht mehr... Traurig schlenderte Hannes durch Ingolstadt und dachte nach. "Vielleicht nie wieder".. Als er an der Goldgrube vorbeistapfte, meinte er sie noch gehört zu haben, aber er entschied nicht mehr reinzugehen. Er tat ihr nur weh, machte ihr Leben kaputt. Hannes war dumm gewesen zu glauben, dass sie nach so kurzer Zeit wieder normalen Kontakt zueinander pflegen könnten. So ging er weiter in die blaue Donau und setzte sich nachdenklich, still in die Runde.

Dass der Abschied kein Fest werden würde, war nun keine Überraschung. Er grübelte...es war am Ende ein entschiedener Abschied...ein Abschied, der einen klaren Strich zog und die Vergangenheit nun endgültig auslöschte. Auslöschte? Nein, nicht auslöschte, aber die Vergangenheit, Vergangenheit sein ließ und sie nicht mehr an die Oberfläche ließ. Als die Anwesenden zu Bett gegangen waren, legte er sich, wie so oft, vor den Kamin und schlief murmelnd ein: "Alles, alles gute Amaa... du wirst einen neuen Weg finden, da bin ich mir sicher."

Montag, 11. Januar 2010

Eine große Liebe auf den ersten Blick

"Sie hatte sich ein appetitliches Frühstück zubereitet und aß es in aller Ruhe. Ihre Gedanken kreisten immer wieder um den gestrigen Abend, an dem sie sich - ein Strahlen und ein sanfter Blick stahlen sich in ihr Gesicht - eindeutig verliebt hatte. Unbeschreiblich, faszinierend, sanft und warm - waren die Worte, die ihr in diesem Zusammenhang einfielen. Wenn sie an diese ausdrucksstarken Augen mit den langen Wimpern dachte, an das weiche, wellige Haar, die anbetungswürdigen Lippen - und dann noch diese vollendete Ausstrahlung an Kraft - oh mann, da wurden ihr doch tatsächlich die Knie weich - sie goss sich einen Tee ein und verbrühte sich glatt den Mund bei dem Versuch, ihn gleich zu trinken -. Nicht mal das störte sie. Sie könnte einfach stundenlang vor sich her träumen und schwärmen.

Es war wirklich eindeutig: Sie hatte sich verliebt - - in Nicole, die Kameldame von Hannes."

Von Thaleia, danke!

Montag, 28. Dezember 2009

Weihnachten in Ingolstadt

Manche Geschichten, die das Leben schreibt, scheinen keinen Sinn zu ergeben.. Nie hätte Hannes gedacht, dass er über die Festtage in Ingolstadt sein würde. Gerne war er in der aufgeweckten Stadt - aus mehrerlei Gründen.
Das erste Schiff Bayerns würde baldig vom Stapel laufen, dieses historische Ereignis wollte er unbedingt miterleben! Außerdem sah er sich ein wenig auf dem großen Marktplatz um.. und natürlich freute er sich Freshlime, Cora, Knechti, Vessa und viele andere wieder zu sehen. Bewegte Tage waren ins Land gezogen...mal verließ er bitter enttäuscht die Goldgrube, einen Tag später hatte er das Gefühl alles richtig gemacht zu haben. Es war eine verkappte Situation in Ingolstadt...manchmal kam er sich wie das dritte Rad an der Kutsche vor, dann gab es Momente der Trauer, in denen er fast dachte, dass er hier sein musste. Das Gefühl gebraucht zu werden gefiel ihm. Regensburg, seine Heimat schien hunderte Knoten entfernt. Vervierse hatte ihm geschrieben..ruhig schien es dort zu sein, in seiner Heimat. Viele waren auf Reisen und noch mehrere würden sich im Januar auf den Weg begeben. Nun Reisende soll man bekanntlich nicht aufhalten, außerdem müsste er sich den Vorwurf selbst machen, schließlich war er ebenfalls nicht zu hause.

Sonntag, 20. Dezember 2009

Schmerzvoller Abschied

16. Dezember, 1457

Gedankenverloren, wie so oft in diesen Tagen, saß Hannes vor dem wärmenden Kamin. Heute hatte er eins der schwierigsten Gespräche seines Lebens geführt.
Ein Kälteschauer durchfuhr ihn, als er an ihre Worte dachte

"Leb wohl, Hannes und finde dein Glück".

"Leb wohl" murmelte er immer wieder in sich hinein, bis eine Träne in den dicken Pelz perlte und darin verschwand. Er wollte und musste sie loslassen, aber "Leb wohl"? Das hatte ihn schwer getroffen. Würde er sie je wiedersehen? Auch wenn niemand mehr da war, wischte er sich die nächste Träne schnell aus dem Gesicht. Er hatte nicht das Recht zu trauern.

Er wollte es ja so!

Es war auch vernünftig, es muss Zeit ins Land fließen, egal in welcher Hinscht, dachte er. Aber Gefühle entbehrten jeglicher Logik, jeglicher Vernunft, sie sind nicht planbar, nicht fassbar. Es fiel ihm schwer sie so zu sehen, sie so gehen zu lassen, aber er konnte sie nicht aufhalten, selbst wenn er wollte.

Bittersüß lächelnd kam ihm ein Ausspruch eines alten Freundes in den Sinn...
Die Liebe ist so unproblematisch wie ein Fahrzeug. Problematisch sind nur die Lenker, die Fahrgäste und die Straße.
(Franz Kafka)

Damals musste er lachen, heute begreift er die ganze Tiefe dieses Satzes. Eine Weile lag er so da...lächelte den Flammen entgegen, ja spielte mit ihnen, spielte mit dem Gedanken sich hineinzustürtzen in die unendliche Wärme, die Unendlichkeit an sich. Es war nur ein Gedankenspiel, auf welches wieder viele Tränen folgten. Er fragte sich was er nur getan hatte. Wie all das geschehen konnte. Letztlich gelangte er immer wieder nach Ingolstadt. Diese Stadt... sie hatte sie einst auseinander gebracht und nun.. vielleicht endgültig. Es war töricht es auf Ingolstadt zu reduzieren, die Probleme lagen tiefer, viel tiefer. Aber die Zeit war nicht zurück zu drehen, seine Gefühle wurzelten nicht mehr in seiner geliebten Heimat, so schien es ihm heute Abend.

Hannes schoss Gedanke für Gedanke durch den Kopf.

Das Wirtshaus der verrückten Weibsbilder in Memmingen kam ihm in den Sinn, das erste Zusammentreffen, Raborstel, der all ihre unreifen Fragen beantwortete, Conan, der immer einen provozierenden Kommentar in Bezug auf sie parat hatte, jedesmal schwiegen sie betreten. Die lange und aufregende Reise, die Bekanntschaft mit Bilbo(p) damals in München.. das Chaos als Amaalia alleine durch die Steiermark reisen musste, der Abend in Landshut, der Sturm Regensburgs, dem sie nur knapp mit Gerri entkommen waren, das fröhliche Wiedersehen in München, nachdem Hannes einfach zurückgelassen wurde, die Loslösung von der Reisegruppe und der Anfang eines neuen Lebens in Regensburg, ihre Erlebnisse mit Egidius und schließlich die Kette die er von Amaalia bekommen hatte.

Hannes griff nach seiner Tasche und überprüfte ob die Kette noch da war. Beruhigt stellte er fast, dass sie an Ort und Stelle war. Seit Ingolstadt hatte er sie abgelegt, er hatte sie nicht mehr verdient..nein er hatte sie nie verdient! Er muste sie zurückgeben. Traurig hielt er Amaalias Kette in der Hand, die er ihr seinerseits geschenkt hatte...zumindest diese Kette würde er sein Leben lang behalten! Amaalias Kette musste er ihr zurückgeben... er beschloss aber es erst nach ihrer Rückkehr zu tun. Momentan schien ihm egal was er tun würde, es würde sie nur mehr verletzen..

Zögerliche Ankunft in Regensburg

15. Dezember, 1457

Zwei lange Reisemonate waren es gewesen, die Hannes hinter sich gebracht hatte. Er war im Norden gewesen...bis Buchen war er vorgedrungen bis ihn die Sehnsucht nach seiner Heimat und allem was dazugehörte zurück getrieben hatte. Eigentlich war er schon fast zu Hause gewesen, bis ein junger Freund aus München seine Hilfe brauchte... so wartete er in Ingolstadt auf Siniefa und Heldra.
Bei sich fragte er sich im Stillen, ob sonst vielleicht alles anders gekommen wäre.

"Hätte, wenn und aber!" murmelte er ärgerlich auf Nicole sitzend.

In dem Moment erhob sich das in weiß gehüllte Regensburg in all seiner Pracht vor ihm in der winterlichen Morgensonne. Auf dem kleinen Hügel hielt er inne um den Anblick zu genießen. Sein Blick schweifte über die Stadt hinweg, ein paar Kamine dampften, auf der anderen Seite der Stadt war der See zu erahnen. Wie ruhig seine Heimat doch vor ihm lag. Für einen kurzen Moment wurde ihm warm ums Herz, wie hatte er all das vermisst! Als Nicole unruhig wurde und schnell in die Stadt wollte, stieg Hannes aber ab und stapfte durch den tiefen Schnee, setzte einen Schritt vor den anderen.

War das noch seine Heimat? Was würde ihn erwarten? War sie überhaupt noch hier? Was sollte er nur sagen? ..wenn sie überhaupt mit ihm redet?

Plötzlich war das schöne Gefühl des "Zu-hause-seins" verflogen. Unsicherheit, Angst machte sich in ihm breit und schnürte ihm die Kehle zu. Schließlich hielt er an und setze sich resignierend an einen Baum gelehnt in den tiefen Schnee. Kälte umgab Hannes...in mehrerlei Hinsicht. Lediglich eins wußte er nun mit trauriger Sicherheit. Es würde nie wieder so werden wie es einmal war. Schweren Schrittes ging er langsam der Stadt entgegen. Nie hatte er sich so viel Zeit gelassen nach Hause zu kommen, früher war er immer schnurstracks hineingaloppiert...